Stationen einer Innenbesichtigung der Kirche

Im Inneren wird die dreischiffige Hallenkirche durch spitzbogige Fenster mit einfacher Verglasung erhellt. Während die breiten Pfeiler der um 1683 entstandenen Hallenkirche schmale Gesimse zeigen, weisen die Säulen in dem um 1410 entstandenen Chorraum feingemeißelte Blattkapitelle auf. Die breiten Pfeiler des Mittelschiffes sind geschmückt mit Figuren aus dem 18. Jahrhundert wie dem Hl. Nepomuk, der Hl. Agatha, Maria und Joseph mit Kind und der besonders schönen Camper Madonna.

Chorraum: Zielpunkt und Zentrum

Im Chorraum befindet sich ein neugotischer Retabelaltar, Ende des 19. Jahrhunderts angefertigt von niederrheinischen Künstlern, mit Reliefs die Geburt Jesu (links) und die Anbetung der Könige (rechts) darstellend. Auf den bemalten Altarflügeln finden sich Szenen aus dem Leben Mariens. In der Vierung steht der Zelebrationsaltar, geschaffen 1982 von dem Bildhauer Michael Franke aus Erkelenz. Die verwendete Altarplatte stammt jedoch bereits aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde bei Grabungsarbeiten in der Kirche gefunden. In dem Altar wird in einer Nische die Reliquie der Hl. Agatha aufbewahrt: ein Schädelknochen der frühchristlichen Märtyrerin. Das Chorgestühl wurde durch den Meister Heinrich Brüll 1699 in Köln angefertigt. Die einzelnen Sitze werden durch geschwungene Arabesken mit individuell gestalteten Engelsköpfen geteilt.

Bemerkenswert ist auch die sechseckige Kanzel, die Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden ist. Der Kanzelkorb ist geschmückt mit den Figuren der vier Evangelisten und auf dem Schalldeckel steht eine Christusfigur dargestellt als Weltenrichter, die rechte Hand zum Segen erhoben und in der linken Hand die Weltkugel haltend.

Klingender Schatz: Orgel

Im Eingangsbereich der Kirche befindet sich auf einer Empore die Orgel, deren Gehäuse besondere Beachtung verdient. Es muss um 1720/22 entstanden sein (Orgelbauer war Johann Jacob Brummerts 1668-1729) und geht auf den Abt Wilhelmus III. Norff aus Rheinberg zurück, dessen Wappen heute noch die Orgelbühne ziert. Während die aus Eichenholz geschaffene Brüstung - geschmückt mit geschnitzten Füllungen und einem Geländer aus geschnitztem Weinlaub und Rosen - bis heute noch unversehrt erhalten geblieben ist, musste das Orgelwerk wiederholt repariert bzw. erneuert werden. Die Figur des Königs David (mit Harfe) krönt den Orgelprospekt.

Tipp: Unser neuer handlicher und großzügig illustrierter Kirchen- und Kunstführer (Edition Kloster Kamp) ist in der Kirche, im Klosterladen und im Museumsshop erhältlich (3,50 €).

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